Acclamatio behufs anno jubilaei eines gewissen Herrn.

Was ließe sich groß über Geburtstage sagen? Nur, dass man sich selbst wohl kaum noch an das gefeierte Ereignis erinnern kann — man will es schlichtweg gar nicht. Und man will nicht daran erinnert werden, mit all seinen Implikationen. Tempus fugit, und ob man nun den Menschen oder die Menschheit ansieht, gerade das ist der Kern des größten Übels. „Dauerten wir unendlich so wandelte sich alles, da wir aber endlich sind bleibt vieles beim Alten.“ (B.B.) Deshalb ist es der Ansatz vieler caritativer Organisationen, genau dort, wo eben keine Verbesserung möglich scheint, zumindest Verschlimmerung zu verhüten. Dieser Ansatz ist falsch und richtig. Falsch ist er deshalb, da es immer erst ganz schlimm kommen muss, bevor sich etwas verbessert. Richtig ist er, weil er die Verbesserung ausschließt. Denn was wir als Verbesserung wahrnehmen ist nichts anderes als das Nachlassen des Schlimmsten. Und genau deshalb muss es immer erst ganz schlimm kommen, bevor wir glauben, es würde besser. Und genau deshalb feiert man wohl so grausige Feste wie Geburtstage oder Silvester. Man setzt Tiefpunkte, nach denen es besser werden kann. Folgerichtig versuchen einem die meisten Menschen mit irgendwelchen Nicklichkeiten wie Gratulationen und dergleichem diesen Tag zu vermiesen. Meiner Erfahrung nach ein durchaus wirksamer Mechanismus. Man sollte ihnen dankbar dafür sein. Denn morgen kann alles nur besser werden …

Herzlichsten Glückwunsch!

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