Noch nicht zu kalt um aus dem Fenster zu rauchen

Man fährt am Abend durch die bereits sehr dunklen Städte und sieht überall diese geschnittenen Lichter. Fensterfronten, in denen Leute sitzen, trés chic. Ich bin kein Kaffeehausliterat. Ich habe so viel Stil nicht. Brühe meinen Kaffee selbst auf, meine Gedanken. Und doch kehre ich ein, obschon unvorbereitet. Der Alkohol hilft. Ein kleines blondes Mädchen, das Wodka aus Suppentassen ext. Gespräche über die leibliche Auferstehung. Dieser Abend bedeutet Heimat. Ich war zu allein die letzten Wochen, und wunder mich selbst über den Eindruck, den ich dennoch mache, irgendwo. Wenn auch nicht so wie gewollt.
Und nun, einen Tag und eine Nacht ausgenüchtert sitze ich wieder, allein. Ich tauche meinen Federkiel in frisches Blut und schreib auf knöchernes Papier die Verse deiner weißen Haut. Und weiß nicht mal was ich sagen will. Meine Gedanken verlieren sich in Bildern, hängen im Zwielicht, im Rauch.
Wieso diese plötzliche Vorliebe für blondes Haar. Reflexionen. Liegt vielleicht an der Jahreszeit. Die Tage verbrauchen sich ehe man wach ist und warm. Zeit für fette Eintöpfe und Briefe. Schreiben, kratzen, wiedermal. Das Menschen antworten, darf man dabei nicht erwarten. Gesäht wird nicht mehr, nicht mehr geerntet, alle sind längst zusammengerückt. Halten sich durch den Winter, gegenseitig.
Verständlich alles und dennoch niemals familiär.„This is the strangest life I ever known.“ Und dank Zeitumstellung falle ich endlich einmal müde ins Bett. Ohne Wecker, ohne Morgen. Kein sollen. Einfach so

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