Bedauern

Sich Furchen unter die Haut schneiden um zu spüren wie es rinnt, das Blut. Sich Salz in die Augen streuen um zu sehen wie die Netzhaut zerplatzt. Neues entdecken. Dein Körper ist ein Wunderland, täglich. Gehe mit mir auf eine Reise zu den Endstationen deiner Wahrnehmung. Wir warten dort schon auf uns. Irgendwann einmal wird es soweit sein, dass wir werden was wir sind und waren. Eine Einheit, aufgelöste Einsamkeit im Plasma der Spezies. „Was faselst du schon wieder?“ Wie schön wäre es deine Stimme zu hören, nicht nur im Widerhall meiner Gedanken. Doch ich erinnere mich nicht, kann nur Bilder sehen, wie du sprachest, die Bewegungen deiner Lippen verfolgen. Waren da schon kleine Fältchen? Gesehen hast du mich nicht, nur das Gewicht gespürt, das neben dir saß. Ein Abdruck in den Kissen, nichts weiter. Ich kroch mit den Fingern unruhig umher, auf der Suche nach meinen Absichten; Fand sie nicht und ging, es hatte den Anschein als wäre das besser so. Auch Finger können falsch liegen, gerade wenn das Licht so fad ist. Die Zeit ist nicht linear, nicht in der Reflexion. Ich breche mich und dich. Und so bleibt es liegen, bis morgen. Dann ist ein neuer Tag.

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