Bedauern

Sich Furchen unter die Haut schneiden um zu spüren wie es rinnt, das Blut. Sich Salz in die Augen streuen um zu sehen wie die Netzhaut zerplatzt. Neues entdecken. Dein Körper ist ein Wunderland, täglich. Gehe mit mir auf eine Reise zu den Endstationen deiner Wahrnehmung. Wir warten dort schon auf uns. Irgendwann einmal wird es soweit sein, dass wir werden was wir sind und waren. Eine Einheit, aufgelöste Einsamkeit im Plasma der Spezies. „Was faselst du schon wieder?“ Wie schön wäre es deine Stimme zu hören, nicht nur im Widerhall meiner Gedanken. Doch ich erinnere mich nicht, kann nur Bilder sehen, wie du sprachest, die Bewegungen deiner Lippen verfolgen. Waren da schon kleine Fältchen? Gesehen hast du mich nicht, nur das Gewicht gespürt, das neben dir saß. Ein Abdruck in den Kissen, nichts weiter. Ich kroch mit den Fingern unruhig umher, auf der Suche nach meinen Absichten; Fand sie nicht und ging, es hatte den Anschein als wäre das besser so. Auch Finger können falsch liegen, gerade wenn das Licht so fad ist. Die Zeit ist nicht linear, nicht in der Reflexion. Ich breche mich und dich. Und so bleibt es liegen, bis morgen. Dann ist ein neuer Tag.

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ein Verwesen

jeden tag
ein paar schuppen
einige haare
warum nur
verliere ich mich
so zaghaft
jeden tag

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stille Hoffnung (kleines Knüttelchen)

und kämest du doch noch zu mir
was hießest du mich tun?
was ließest du zurück von dir?
und könnte ich dann ruhn?
ganz regungslos verharr ich hier
wann ist es wohl soweit?
auch dieser Wunsch versagt sich mir
der Tod, er lässt sich zeit

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stille Hoffnung (kleines Knüttelchen)

und kämest du doch noch zu mir
was hießest du mich tun?
was ließest du zurück von dir?
und könnte ich dann ruhn?
ganz regungslos verharr ich hier
wann ist es wohl soweit?
auch dieser Wunsch versagt sich mir
der Tod, er lässt sich zeit

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Diät

Manchmal lebe ich nur für die Geräusche, für das Knistern meiner Finger auf dem Bettlaken. Manchmal trinke ich nur für das Zischen und Knacken der Eiswürfel unter dem Scotch. Das Abschrauben des Metalldeckels, die Bewegungen des Glases – nichts klingt so. Und manchmal schreibe ich nur um das Kratzen meines Bleistiftes zu hören. An Tagen wie diesen, wenn Geräusche mich ernähren.

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