Publicity

Da soll noch mal einer sagen, der Chinese sei nicht clever. Was macht man mit sentationshungrigen Betroffenheitsexperten, wenn sie einem unlieb geworden sind? Man verweist sie nicht etwa des Landes oder sperrt sie ein — gefundenes Fressen für eben jene. Nein, man verkündet einfach wochenlang, dass jede Minute am buchstäblich hinterletzten und abgeschiedensten Orte der Welt eine große Sensation auf sie warte. Der westliche Jounalist schnappt sich dann ein Zelt und wartet in Eis und Schnee bei dünner Luft darauf, dass endlich mal jemand ein Feuer nach da oben schleppe. Aufgrund des miesen und unmenschlichen Wetters bleibt das aber auf halber Strecke immer wieder stecken. Schon komisch, wirklich. Und sehr bezeichnend für Medien, die lieber von spektakulären Nonsenseveranstaltungen auch auf dem Zipfel der Welt berichten als über die Lage in bodenständigen chinesischen Gefängnissen. Die stehen nicht auf dem Mount Everest, in die könnte Wallraff sich auch bei T-Shirttemperaturen einsperren lassen und — zu dünn ist die Luft dort ganz bestimmt nicht …

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Siel VIII


Fatale Weltsicht. Herr Siel hatte sich unlängst vorgenommen sein Leben endlich vollkommen durchzurationalisieren.

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Der Tag vor dem Tag der Arbeit

Student zu sein bedeutet auch mittchwochs in der Frühe mit einem breiten Grinsen an einer Pendlerrute entlang durchs Grüne zu laufen und sich einfach mal etwas genauer anzusehen, woran so viele so oft achtlos vorbei rauschen….

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Acclamatio behufs anno jubilaei eines gewissen Herrn.

Was ließe sich groß über Geburtstage sagen? Nur, dass man sich selbst wohl kaum noch an das gefeierte Ereignis erinnern kann — man will es schlichtweg gar nicht. Und man will nicht daran erinnert werden, mit all seinen Implikationen. Tempus fugit, und ob man nun den Menschen oder die Menschheit ansieht, gerade das ist der Kern des größten Übels. „Dauerten wir unendlich so wandelte sich alles, da wir aber endlich sind bleibt vieles beim Alten.“ (B.B.) Deshalb ist es der Ansatz vieler caritativer Organisationen, genau dort, wo eben keine Verbesserung möglich scheint, zumindest Verschlimmerung zu verhüten. Dieser Ansatz ist falsch und richtig. Falsch ist er deshalb, da es immer erst ganz schlimm kommen muss, bevor sich etwas verbessert. Richtig ist er, weil er die Verbesserung ausschließt. Denn was wir als Verbesserung wahrnehmen ist nichts anderes als das Nachlassen des Schlimmsten. Und genau deshalb muss es immer erst ganz schlimm kommen, bevor wir glauben, es würde besser. Und genau deshalb feiert man wohl so grausige Feste wie Geburtstage oder Silvester. Man setzt Tiefpunkte, nach denen es besser werden kann. Folgerichtig versuchen einem die meisten Menschen mit irgendwelchen Nicklichkeiten wie Gratulationen und dergleichem diesen Tag zu vermiesen. Meiner Erfahrung nach ein durchaus wirksamer Mechanismus. Man sollte ihnen dankbar dafür sein. Denn morgen kann alles nur besser werden …

Herzlichsten Glückwunsch!

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Lückenfüllbüßer

Seltsamerweise habe ich die letzten Tage und wohl auch die kommenden recht viele Verpflichtungen. Seltsamerweise komme ich vielen dieser auch nach. Das dörrt den/das Blog aus. Zum Ausgleich hier ein kleines Schmankerl, die offensichtlich beste Filmsequenz, die es je gegeben hat und wohl auch geben wird — denn das Alte ist immer das unerreichbare. Sie entstammt dem Film „The Good, the Bad and the Ugly“ (dem deutschen Geschmack geschuldet etwas unglücklich übersetzt mit „Zwei glorreiche Halunken“) und bildet hier die Mitte des Endes — italowesterngemäß also den Höhepunkt. Es passt einfach alles zusammen: Die geniale Filmmusik von Morricone, das Szenenbild, die Inszenierung Leones und das Spiel des Guten, des Bösen und Tucos. Ich tu mich etwas schwer, ob der Anfang des Schlusses nicht vielleicht doch die bessere Szene ist, deshalb hab ich ihn einfach mal in den Kommentaren angefügt.
Ich würde jedem, der den Film noch nicht kennt, raten sich ihn auf DVD zuzulegen und auf Leinwand anzusehen, denn youtube wird ihm und gerade den grandiosen Landschaftsaufnahmen nicht gerecht.
Achja, damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich halte diesen nicht für den besten von Leones Western, „Once upon a time in the West“ (im deutschen noch unglücklicher übersetzt mit „Spiel mir das Lied vom Tod“, wobei diese titelgebende Textzeile nur in der deutschen Synchronisation vorkommt, um dem wohl tumben Deutschenzu erklären, was es mit dieser Mundharmonika denn nun auf sich hat) ist im Ganzen noch einmal eine Spur ausgefeilter, trockener und skrupelloser — was ihn für viele langweilig und langatmig erscheinen lässt – wird nicht zu unrecht als Westernoper bezeichnet. Für die philosophischen Inhalte, die man im Italowestern verkörpert sehen darf (Hier spielt Estwood sozusagen Fichte) empfehle ich das Buch eines gewissen Professor Früchtl: „Das unverschämte Ich. Eine Heldengeschichte der Modern“.
Aber nun genug der langen Rede: Vergesst alles, entfernt alle störenden Hintergrundreize, dreht die Lautstärke auf und seht selbst.

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