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Jahre des Studiums unter diesen seltsamen Menschen mit lauter Absichten und Neigungen. Ambitionen habe ich verloren, sofern welche vorhanden waren. Die Mundwinkel verfestigten sich. Sie dagegen haben sich nicht geändert. Geisteswissenschaftler, Religionswissenschaftler — seltsames Volk. Männer von uneindeutigen Interessen aber eindeutigem Selbstbild. Diese Frauen, bei denen man beim Vögeln die ganze Zeit vor den Traumfänger guckt. Sonst haben sie leider sehr wenig hippiesques.
Ich passe nicht dazu. Selbst nach dieser langen Ausbildung, die nichts als Homogenisierung bedeutet. Jeder hat sich den gleichen Schemata anzupassen; Auslandserfahrungen, Praktika, Fernbeziehung; Mobilität. Marktwertsteigerung auf allen Gebieten. Natürlich ist dabei jeder unterschiedlich. Der eigene Stil, ein wenig Sinn für Extravaganz und Sport, des guten Körpergefühls wegen — und natürlich bleibt man unpolitisch, wenn auch politisch unzufrieden. Das ist Understatement; Sakko und gepanschtes Bier; happy hour. Die schönste Zeit des Lebens, mal wieder, unter Vorbehalt. Meine Generation; der aktuelle „Mensch“.

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