Sophia

Ach so viel, Sophie, wuchert aus dem Hirn, von Arbeit, Leben, Tod und dir — allein bin ich geblieben. Kein Sein hat sich geteilt mit mir, auch wenn es aus den Seiten blutet. Ja Sophie! noch knisterts unter meinen Fingern, dein Kleid, zu Nacht und Rausch verführt es mich. Doch aufgewacht lieg ich verlassen, stoß mir den Kopf am kühlen Morgen. Wohin, Sophie, schlägt mich dein ständig Ja und Nein, führt dieses ewige „Warum?“ Du gabst mein Herz mir in die Hand und dutzendweise Dolche. Niemand ist sonst, mit dem ich länger reden kann. Ich spei auf sie mit Analysen und grabsche gierig nach Prämissen. Ich bin so voll, Sophie, du schwappst mir übern großen Zeh, tränkst meine Lungen bis zuletzt im alten Meer, der Ursuppe der Dialektik. Ich bin zerdacht. Die Trümmer liegen da, so reich. So viel, o Sophie, zuviel.

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