vor dem Schlund

Ein Gurgeln, ein Flüstern ein Hauch. Schon wieder ein neuer Tag, jedenfalls hat man mir das gesagt, irgendwann einmal. Aus diesen ungewaschenen Laken zu kriechen, wenn es noch nicht mal ganz hell ist aber schon Tag, ekelhaft. Es ähnelt dem Abstreifen von verwendeten Condomen, nichts versichert einem so der Erbärmlichkeit allen Seins, insbesondere des eigenen. Wie komme ich nur darauf, was hat das miteinander zu tun? Es gibt keinen Abstand, keine Trennung des Profanen mehr. Auch das Wort „Schlampe“ hat seine Konnotation verkehrt, welche Differenzierung könnte es mit seiner alten Bedeutung noch leisten. Wer würde es heute noch negativ verwenden. „Jungfrau“ hat seinen Platz eingenommen. Gott, wer wollte sich denn sehen lassen, auch nur einen Kaffee trinken mit einer jungfräulichen Maria. Worüber sollte man mit der schon reden? „Kafarnaum, aha, soso“ Reinheit wurde durch Hygiene ersetzt. Hauptsache gewaschen, das wirkt anständig und hält die Funktionen aufrecht. Amtlich. Hier könnte man vom Beckenboden essen, wenn man denn wollte. Ich zeichne es nach mit meinen Gedanken, mit dem gröbsten Pinsel schmier ich es hin, bedeutungsschwanger, doch ärmlich im Ausdruck. So gebührt es, so ist es recht. Ich lehne mich zufrieden zurück, in meinem Sessel, doch Lächeln kann ich nicht. Alles steril, zu tot, selbst für mich. Ich schaffe es nicht mehr den Zeilen Leben aufzupflanzen, schmiere nur hier und dort einen Krumen Mutterboden hin und begieße den Triumph des Fleisches über, ja worüber nur?

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