Siel X


Fatale Weltsicht. Herr Siel sagte immer, man müsse zuerst sich selber helfen, bevor man anderen helfen könne.

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LiveCom

Ich muss es wirklich einmal sagen: Ich liebe diese Stadt. Wohl weil sie so gut zu mir passt. Die Männer unterhalten sich hier auf offener Straße über Kant, die Frauen unterhalten sich über Frauen. Im Gegensatz zu vielen Städten, die dies von sich behaupten, pulsiert Münster tatsächlich. Die Straßen füllen und leeren sich in 90minütigem Takt, beachten das akademische Viertel. Dabei bleiben die Gesichter sehr entspannt, freundlich arrogant. Eine Studentenstadt durch und durch. Es gibt nichts desillusionierenderes und frustrierenderes als ein Studium. Es gibt nichts belebenderes und regenerierenderes als universitär geprägte Stadt. Jeder 3. Einwohner ist direkt oder indirekt abhängig von einer Hochschule. Die Hochschulen erstrecken sich mit ihren Instituten über sämtliche Innenstadtbereiche und sogar darüber hinaus. Münster ist von der Fläche gesehen die sechstgrößte Großstadt Deutschlands, bei der Einwohnerzahl aber nur an 23. Stelle. Das Einzige, was im Stadtgebiet mehr Raum greift als die Uni, sind Grünflächen. Größer als die Anzahl der Bäume ist nur die Vielzahl der Fahrräder. Was das Beste ist: Münster riecht gut — wirklich! Es gibt wenige Konzessionen, die man machen muss, um diese Stadt zu mögen. Vielfältige Kneipen sollten einem wichtiger sein als Großraumdiscotheken. Und am Morgen danach sollte man sich an exzessivem Kirchengeläut nicht stören. Ein Paradies für Exilemsländer.

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Bedarf

Es bedarf einer Frau, sich nicht gut zu fühlen
Es bedarf einer Frau, sich gut zu fühlen
Es bedarf einer Frau, sich zu fühlen
Es bedarf einer Frau, zu fühlen
Es bedarf einer Frau.

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Punk is Dying (I)

Mexiko: Jagd auf Emos fordert Verletzte
Im mexikanischen Querétaro haben sich Heavy Metal-, Skate Punk- und Rock-Fans zusammengeschlossen, um Jagd auf Emos zu machen. Das Ergebnis sind vier Verletzte und 28 Verhaftete.
(laut.de, 13.03.2008)

Wieso provoziert eine Jugendkultur, die sich laut Wikipedia „durch das stärkere Betonen von Gefühlen wie Verzweiflung und Trauer sowie durch die Beschäftigung mit persönlichen Themen wie Liebe und Freundschaft auszeichnet,“ also selbst gar nicht provokativ ist? Weil sie sich gerade damit von fast allen vorherigen Jugendkulturen unterscheidet. „Emo“ ist im Grunde nur der nächste Schritt innerhalb der modernen Jugendkultur. Sie übernimmt je nach individuellem Geschmack prägende Elemente aus Punk/Elektro/Grufti/Grunge/Hippie-Tradition und verbindet diese mit aktueller Poppmusik und Produkten, welche zur eigenen Gruppenidentifikation herangezogen werden. „Emo“ selbst greift damit dem voraus, was seinen Vorgängern noch als von Außen übergestülpt erschien. Während jene Subkulturen meist als utopischer Gegenentwurf zur westlich-kapitalistischen Leitkultur konzipiert waren und dann allmählich durch den Markt angenommen, angepasst — vermarktet — wurden, zeichnet sich „Emo“ durch die Utopie direkt innerhalb des Marktes aus. Zuerst kam die Vermarktung, dann die Massenbewegung. Dementsprechend gilt „Emo“ auch mehr als Kleidungsstil, denn als Musikrichtung.
Bezeichnenderweise ist diese marktinterne Utopie, die keine Rebellion sein will, nicht weniger pessimistisch und desillusioniert als die ihr vorangehenden Jugendkulturen. Im Gegenteil, Verzweiflung und Trauer bilden den Kernbereich der betonten Emotionen und da sie als unüberwindbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens begriffen werden, erhalten sie kurzerhand eine positive Aufwertung als konstitutives Element der „Szene“. Auch hier zeigt es sich wieder: Während andere utopische Jugendrebellionen im Regelfall erst nach der zweiten Generation durch ihre Integration in den kapitalistischen Prozess zur Stabilität desselben beitrugen, ist „Emo“ von Anfang an ein Erklärungs- und Legitimierungsmodell für negative Strukturen und Gefühle, die von jenem zwangsläufig produziert werden. Diese Jugendkultur versucht keine als schlecht empfunden Strukturen zu ändern, sondern einfach mit dem Leid zu leben, das jene verursachen. Im Unterschied zum aus der Punkbewegung hervorgegangenen Grufti der 80er Jahre, den Konsumverzicht und Selbstzerstörung prägten, geht „Emo“ dabei viel euphorischer mit den Möglichkeiten des Marktes um. Man lebt seinen Pessimismus voll aus – mit Klamotten und Events. Das Diktum der Angepassten.

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Death or Glory!

Ab 20:45 wird jetzt hin und zurück geschossen! Also bitte die Schmierbäuche in den Nationalfarben angemalt und angeschaut, das Spiel. Die Vorbands bieten um 18.00 auch ein wunderbar einstimmendes Comedyprogramm, zumindest die Ösis. In der Zwischenzeit oder auch für Hinterher kann man sich noch den offizielle EM Song von gonzosophie.blogger.de anhören. Der sorgt dafür, dass der Tommy wenigstens musikalisch bei diesem Tournier mitspielen kann.

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