Überfluss

Sie ist fett, sie ist bleich und wird von niemandem gemocht. Kein Wunder, dass Milch so billig zu haben ist. Und davon profitieren vor allem Liebhaber wie ich. Auch nach Tagen des strikten Boykotts seitens der überlebenswichtigen Milchvieherzeuger ist die Vollmilch keinen einzigen Cent teurer geworden – obschon sie zu den Hochverderblichen Lebensmitteln zählt. Vielleicht weist dies den Milchviehhalter mal darauf hin, dass sein Produkt im Grunde niemand braucht – jedenfalls nicht vom deutschen Bauern. Was benötigt man denn schon um Milch herzustellen? Eine Kuh und etwas Platz. Davon gibt es überall genug, deshalb sind die Preise so niedrig. Also kann man demonstrieren und boykottieren soviel man will. Das Lustigste ist die Empfehlung des Handels: Die Bauern sollten doch einfach weniger produzieren, dann würden die Preise vielleicht auch steigen. Aber das erzählen sie mal einem deutschen Agrarier, der seine Subventionen nach Stallplätzen bezieht. Der kippt lieber seine Milch in den Gulli und wartet bis Otto endlich so viel bezahlen wird, dass der größere Stall sich wieder rechnet. Prost Mahlzeit.

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