einander

Ich weiß noch: Du sahst mich an, ganz so wie man einen Menschen ansieht, der einem sehr viel bedeutet. Mich überraschte das. Und dann lagen wir auch schon beieinander, als wären wir aus bloßer Unachtsamkeit übereinander gestolpert. Schlenderten miteinander durch große, alte Hallen. Wie ein Paar. Betrachteten die Kunst vergangener Jahrtausende. Frühgeschichte und ein Bummel durch die Straßen der Stadt. Und ich dachte die ganze Zeit nur: Was soll’s? Fragte nicht weiter. Wachte morgens sehr früh auf und konnte nicht schlafen, konnte kein Ziel für meine Gedanken finden und lag einfach da, betrachtete dich und wunderte mich, dass du mir recht egal warst – mit all deinen Reizen. Da wurde es mir noch nicht klar. Da war dein Körper und ein Mensch, der mir nicht auswich. Das genügte; und würde es wohl heute noch. Jetzt stehen wir nebeneinander und sehen uns an, ganz so wie man einen Menschen ansieht, wenn man muss. Mich überrascht das nicht.

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