Protokoll

Es begab sich am späten Morgen des 12. Januar im Jahre des Herrn 2034, dass ich mich auf den Weg zur Piusgasse in Braunschweig begab. Ich hatte eigentlich kein rechtes Ziel und so setzte ich mich für eine Weile auf die wohlbekannte Parkbank in den Schatten irgendeines uferlosen Buchsbaumbusches. Es war bereits Nacht geworden und das Laub atmete schwer unter der sommerlichen Abendhitze. Ich kramte meinen letzten Komisstabak hervor und stopfte mir die Pfeife. Das ist die Wahrheit. Kleine Rauchwölkchen paffend verlor sich mein Blick in dem Wirrwarr des Wurzelgeästs. Es drängte sich die Frage auf, ob solcherlei Spukgestalten, die sich darin offensichtlich tummelten, wohl existieren mochten. Die Stille des mittäglichen Treibens wurde jäh von den lauten Flüchen eines ehrbaren Bürgers zerrissen. „Holla! He da! Haltet ihn!“ — dies ausrufend wankte er in aller Demut an mir vorbei, seinem atemlosen Ziele zu. Sehr beiläufig alles und nichts im Vergleich zu dem, was mir passiert ist.

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