Monday, the 30th of July

Den Teufel gibt es nicht. Oft genug habe ich ihn beschworen. Ich bettelte ihn an, mir ein Leben für meine Seele zu geben. Habe nachts auf ihn gewartet, ihn tagsüber gesucht. Nicht einmal er schenkt mir Beachtung. Und ich werde noch immer nicht wahnsinnig, höre keine Stimmen, so angestrengt ich lausche. Alles bleibt real, die Träume dringen nicht auf diese Seite. Das Experiment ist missglückt. Alle Versuche sind gescheitert. Nichts ist passiert, wird passieren. Ich habe mich in die Wagschale geworfen und nichts gewonnen, schlimmer noch: Ich habe nichts verloren. Was bleibt nun noch zu tun? Gibt es noch unbeschrittene Wege? Ich weiß nicht einmal, wohin ich eigentlich gehen wollte.

Du hättest mich vielleicht verstanden. Was soll mir nun noch einen Grund geben, weiterzugehen, außer der Stolz und die Angst — oder der Ekel. Dieser abscheuliche Ekel vor der so apologetischen wie gewöhnlichen Elegie des Versagens. Ich will gänzlich Scheitern, ohne Entschuldigung, ohne Ausrede. Dieses Leben lässt sich nicht richten; nur im bedingungslosen Scheitern lässt es sich rechtfertigen – durch das Falsche nichten. Wälze deinen Stein, bis er dich zerquetscht: Es ist dein Stein!

Dieser Beitrag wurde unter Selbstbehauptung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.