Fangen wir doch ganz von Vorne an

Freilich nicht bei Henne und Ei. Als ich ein Kind war, dachte ich immer: mehr. Doch mir wurden Gewohnheiten, etwa in den Spiegel zu sehen und so dachte ich immer: weniger. Gleichzeitig begann Ich zu lesen, sehr oft: „Wer das liest ist“, doch doof war immer nur wer das vorlas. So lernte man das Schweigen, damit auch das Schreiben. Für meine Pubertät gewann nonverbale Kommunikation an Bedeutung: Ich nicht. Von solch Basalem ausgehend schritt die Begriffsakkumulation stetig voran. Marotten häuften sich. Dergestalt entstand mein Protagonist. Das Ich wurde ich. Dabei blieb es leider nicht. Man hatte und hat sich schließlich dem Anderen gegenüber zu verhalten – als du, schlimmstenfalls wir. Die Erzählung gewann Struktur, konnte erstmals dramatisch werden. Szenenhaft. Folgt man dem heute Wissenschaft genannten Erzählstil, so neigt das Bewusstsein dazu, seine Erinnerungen im Nachhinein zu der sinnvollen Geschichte zusammenzufügen, die einem die Identifizierung mit dem Protagonisten möglichst erstrebenswert erscheinen lässt. Bei mir wird es nicht anders sein, dennoch glaube ich in meinem Werdegang durchaus eine Konsequenz zu entdecken. Hätte ich Dinge anders machen sollen? Vielleicht. Hätte ich Dinge anders machen können? Unwahrscheinlich. Mein Verständnis von persönlicher Freiheit war doch recht determinierend und meiner Ungebundenheit fühlte ich mich immer schon verbunden. Dazu kommen die üblichen Charakterschwächen Soviel zu meiner Person und ihrer Verortung. Damit ist wohl auch alles gesagt, was ausgedrückt werden soll. Zur Abwechslung einmal recht explizit. Denn Metaphern gelingen mir nicht mehr, da krieg ich’s Kotzen.

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7 Antworten zu Fangen wir doch ganz von Vorne an

  1. Cabman sagt:

    Ich kommentier hier gar nicht mehr, Du Doofi hast mich von deiner Blogroll geworfen! ;-)

    Nee, mal ernst, wieso biste denn umgezogen?

  2. gonzosoph sagt:

    Nicht beleidigt sein. Ich überarbeite mein Blogroll immer wieder mal und da fliegt oft wer raus und kommt wieder jemand rein. Da bin ich recht brutal: Wer lange nichts mehr gepostet hat oder nur noch „Heute habe ich dies und jenes gemacht. Ende.“, der kann schon mal runter fliegen. Ich stehe halt einerseits auf schlank und augenfreundlich, darüber hinaus fühle ich mich verantwortlich für die Qualität eines Angebots, welches von mir verlinkt wird. Deshalb habe ich auch schon Freunde wegen platter „Die Linke“-Wahlwerbung verbannt. So etwas sollten Leser und gelinkte im Grunde positiv anerkennen. Aber manchmal bin ich auch einfach schlecht gelaunt. Ich nehme es deshalb niemandem (selbst dem Herrn Schnitzel nicht) übel, wenn er mich aufgrund dieser Kriterien von seiner Blogroll nimmt. Es stehen aktuell ebenfalls einige Änderungen an. Herr Myspaceopfer wird, obwohl einer meiner Busenfreunde, aufgrund Inaktivität gezwungenermaßen gelöscht werden und dementsprechend wäre ja wieder ein Platz frei.

    Zum Umzug: Ehrlich gesagt hat mich die teils mangelnde Erreichbarkeit von blogger.de in den letzten Monaten etwas verärgert. Darüberhinaus war der Reiz schon da, eine ganz eigene Seite zu erstellen, noch dazu auf einer http://www.de Domain, die mir günstig angeboten wurde. Das sollte dabei mithelfen, mein Angebot langsam in Richtung Seriosität hinüber zu führen. Ich habe dennoch lange gezögert, da ich mir darüber im Klaren war, durch den Umzug einige Leser einzubüßen. Offenkundig fühlen sich Manche sogar gekränkt. blogger.de hat schon familiäre Züge angenommen, und so wird man als Abweichler angesehen, geht man auf andere Dienste über. Ich halte es dennoch für einen richtigen Schritt. Einerseits geht es mir bei meinem Blog weniger um meine Person und die Kommunikation über dieselbe. Es geht vielmehr um meine Texte und die Arbeit an eben diesen. Wer hier liest, der tut dies meiner Ansicht nach vor allem aufgrund einer Affinität zu dem, was hier steht, nicht aus Sympathie zu jenem, der es einstellt. Dementsprechend sollte es eigentlich belanglos sein, ob diese Texte nun unter http://www.gonzosophie.de oder gonzosophie.blogger.de eingestellt sind, solange sie einem denn zusagen. Andererseits mache ich mir die Mühe, alle meine Texte auf blogger.de mit passendem Link noch einmal einzustellen, so dass bisherige Abonnenten sich nicht groß umgewöhnen müssen und weiter über Aktuelles auf dem Laufenden bleiben. Ich sehe auch, dass diese Bemühungen durchaus Früchte tragen, wenn diese auch größer sein könnten. Zuletzt muss ich leider feststellen, dass die Kommentare schon in der letzten blogger.de Zeit immer weniger wurden – trotz stabiler Leserzahlen. Über eine neue Entwicklung gerade in dieser Hinsicht würde ich mich natürlich sehr freuen. In diesem Sinne. Frohes Schaffen!

  3. Pandora sagt:

    Hihi. Genau daran bastel ich auch grad.

  4. Von wegen Wahlwerbung. Das war lediglich ein weniger ernst gemeinter Kommentar. Und selbst wenn, was ist denn mit den Freiheiten die Du so hoch hältst?

  5. gonzosoph sagt:

    Erstens: Ich halte mich nicht für so bedeutend, jemandem die Freiheit der Meinungsäußerung zu beschneiden, wenn ich ihn nur von meiner Blogroll nehme.
    Zweitens: Es lagen auch andere der oben genannten Gründe vor.
    Letztens: Jemand, der meine Posts bei sich ohne Hinweis darauf einfach abgeändert hat, sollte mir nicht vorwerfen seine Freiheit zu beeinträchtigen.

  6. Du wolltest also ausgleichende Gerechtigkeit schaffen. Verstehe

  7. gonzosoph sagt:

    Nein, offensichtlich nicht. Bitte genau lesen: Punkt 3 behandelt lediglich deine haltlosen Anschuldigungen und die Unterstellung von Doppelmoral, welche hinsichtlich deiner sog. „Haltung“ lächerlich erscheint.

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