Er

Er bereist das Land schon wieder quer, von ihr zu ihr. Er weiß schon wieder nicht, was er wo soll, wohin, woher. Da steht er hart im Wind. Da sitzt er weich, allein. Und längst schon reicht die Fahrt, das Neue reicht nicht aus. Das Meer.
Da liegt nichts an. Da ist kein Wunsch, ein Wollen nicht. Wenn er denn träumt, dann träumt nicht er. Und hinterher bleibt es doch stets zuvor. Die Tage liegen unvermengt, die Nächte ziehen leer daher. Er will schon lang nicht mehr.
Eine Stimme hört er noch, als wenn es seine wär. Nur wenn sie spricht, fällt ihm das Atmen nicht so schwer.

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2 Kommentare zu Er

  1. tropfkerze sagt:

    Ich bin ja manchmal ein bisschen bösartig: „Da steht er hart im Wind.“ Ja, so etwas geschieht mitunter, wozu Musil schreibt: Woraus bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht. ^^

    Mit dem Atmen, ja, das kenne ich. Ob Sie es glauben oder nicht, so war das einmal bei der Frau, mit der ich jetzt zusammenlebe. Heute würde ich sagen: Nur wenn sie schweigt, fällt ihm das Atmen nicht so schwer. So ändern sich die Zeiten.

  2. gonzosoph sagt:

    Ja, so ändern sich die Zeiten. Leben ist halt ein Wechsel der Stoffe, biochemisch gesehen…

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