Feb 10 2010

Frühling

Tiri Tira, die Weiber sind zum Vögeln da,
die Welt heißt das zu nutzen.
Tiri Tiraun, bloß Denken schlafft den Hosensaum,
verflüssigt jäh den Stutzen.
Die Felder tauen, es spannt der Hahn
sich wacker vor die Kammer.
 dieu, ihr Frauen, mir grient der Wahn.
	Ich schieß mir in den Kopf.
		Mit einem Minié!
		Geladen wird’s von vorn,
		Mit Pulver und mit Horn,
		solch Ende tut nicht weh.
	Da geht ein armer Tropf.
Trara, Palim, dass ich am End zufrieden bin,
so bar von jeder Scham,
das überrascht.

F: Doch horcht! Wer spricht  so leise durch die Kammertür?
Wer flüstert nur durchs Schlüsselloch und wagt sich nicht herfür?
F: Ein Dämon, der den Zweifel wagt, von Anstand und von Sitte,
ein Geist, den jähe Reue plagt, das Wissen um die Mitte,
die, sagt man, gutes Leben prägt, und Rettung sei der Seele;
nur all zu schwer erreichen kann, dass man sie nicht verfehle.
F: Ein Wahn ist es, der Reden glaubt, von Ordnung und von Sinn,
von einem Grund des Lebens spricht, so tief und so weit hin,
dass er als steter Horizont am Ende dieser Welt,
und jener mächtgen Sonne gleich, das Innerste erhellt.
Ich kenne dieses Hoffen auch, ich weiß um jenes Licht,
einst blendete es mich selbst, drum misse ich es nicht.
F: Und wenn du noch geblendet bist und dich dein Sinn belügt?
Wenn dich die andre Hoffnung nun statt dem von Neuem trügt?
F: Ein Hoffen ist’s, ich leugne nicht, denn Hoffnung trägt die Welt,
doch weder Glaub noch Sinn ist es, was diese Hoffnung hält.
Ein Ende bloß, kein Zugewinn, ist mir nunmehr zum Ziel,
verlangt man Nichts und Niemanden, so will man kaum zu viel.

Jan 7 2010

tempus fugitive

Man darf heute ja alles anzweifeln. Sogar die Strukturen der Marktwirtschaft fallen seit Neuestem darunter. Die Finanzkrise führte zu Feuilletonschlachten, in denen der Kapitalismus als entfesselt und entmenschlichend dargestellt wird. Doch übersieht man dabei, wie kapitalistisch unser Denken bereits ist. Wir betreiben diese Wirtschaftsform nicht allein deshalb, weil sie unsere Bedürfnisse befriedigt, sondern weil wir ihre Bedürfnisse zu den unsrigen gemacht haben. Wir haben den Geist des Kapitalismus verinnerlicht. Wir selbst sind entfesselt und wenn es für den Kapitalismus stimmen sollte, sind auch wir entmenschlicht. Nicht nurmehr der Markt oder seine Unternehmen, wir Menschen wollen expandieren, akkumulieren und unsere Konkurrenten verdrängen. Samt und sonders Ich-AGs, rationalisieren wir unsere Handlungen innerhalb der Arbeitswelt, wie der Freizeit. Beziehung, Familie und Freundschaft bleiben davon nicht verschont. Das Kosten/Nutzen Verhältnis wird zum einzigen Maßstab und alles, was in diesem Lichte unvorteilhaft erscheint, schlicht „wegrationalisiert“.

Man kann einwenden, dies sei keine neue Entwicklung. Der Mensch habe immer schon danach gestrebt, sich das Leben leichter und komfortabler zu machen und deshalb sei er stets bemüht gewesen, seine Arbeitsprozesse zu optimieren. Und das stimmt. Ein Pfluggespann ist besser als eine Hacke, denn es erleichtert die Arbeit – verkürzt sie und erhöht ihre Produktivität. Dieser Produktivitätsgewinn hat erst einmal dazu geführt, dass ein Bauer mit weniger Arbeit mehr Ertrag erwirtschaften konnte. Die Folge war ein leichteres Auskommen, Brot mit etwas weniger Schweiß im Angesicht. Aber der moderne Mensch strebt eben nicht mehr nach Komfort und einem leichten Leben. Man kann sich das sehr leicht vor Augen führen: Wie viele Stunden müssten sie jeden Monat arbeiten, um eine Wohnung und die Dinge des täglichen Bedarfs bezahlen zu können? Reicht das?

Nein! Werden sie nun empört sagen – oder gleich Sozialleistungen beantragen, denn deren Bemessungsgrenzen würden ihnen ansonsten einen für sie ausreichenden Lebensstandard nahezu ohne Arbeit ermöglichen. Und nicht nur ihnen reicht das nicht. Auch der Bauer machte nämlich nicht einfach Feierabend und ließ den lieben Gott einen guten Mann sein, als er plötzlich denselben Acker in einem Bruchteil der Zeit pflügen konnte. Er vergrößerte ihn und schaffte so ganz nebenbei die Subsistenzwirtschaft ab. Die verschwand in Deutschland allerdings erst im Laufe des 19. Jahrhundert und damit parallel zur Durchsetzung jener Entwicklung, die wir heute mit Industrialisierung bezeichnen. Vor dieser Zeit hatte die Erleichterung der Arbeit vor allem einen Zweck: Weniger und leichtere Arbeit zu haben. Arbeitslosigkeit war kein Fluch, sondern der Traum ganzer Jahrtausende – wenn es denn nicht mit Auskommenslosigkeit einher ging. Aristoteles etwa sah in der Lohnarbeit den größten Feind des Denkens. Die Höchste Befriedigung eines glückseligen Lebens stellte für ihn dagegen nur eines dar: Nichts tun; kontemplativ den Sternenhimmel betrachten oder schlicht nachzudenken als das dem Menschen größtmögliche Glück. Wer da durch laut sägenden und hämmernden Maschinenlärm des Nächtens gestört wird, preist dies kaum als Segen einer durch-“rationalisierten“ Gesellschaft.

Heutzutage darf man ja alles tun, nur nicht nichts. Es ist das seltsamerweise völlig akzeptierte Paradigma eines dogmatischen Pragmatismus, dass es besser sei alles falsch zu machen, als es gar nicht erst zu versuchen. Aber ist denn wirklich besser ein schlechter, dummer Präsident zu sein, als die Wahl gar nicht erst anzustreben? Kein Wunder, dass einer so verantwortungsloser Auffassung der Begriff „Demut“ abhanden gekommen ist, ja sogar als moralisch anstößig gilt, wie eben das Nichtstun selbst. Man mache sich das klar: In diesem Sinne waren etwa die meisten Philosophen, Kirchenväter, Poeten und Wissenschaftler vergangener Epochen höchst unmoralisch – Sie machten die meiste Zeit nichts. Sie gaben sich der Muße hin. Muße ist aber ein gänzlich anderer Begriff als unsere heutige Freizeit, die mit Freiheit so gut wie gar nichts mehr gemein hat, sondern nur mit Herstellung. Wiederherstellung der Arbeitskraft, Konsum des Erarbeiteten zwecks Schaffung neuer Nachfrage für Arbeit. Muße dagegen ist der kreative Freiraum, den sich ein Individuum selbst gibt und in höchstem Maße Selbstverwirklichung. Deshalb entfremdet ausartende Arbeit auch, weil sie uns der Muße beraubt. Sie artet aus, weil sie nicht mehr dazu da ist, ein angenehmes Leben zu ermöglichen, sondern selbst als das angenehme Leben erscheint: Liebe deine Arbeit, mache sie zu deinem Leben. Wollen wir das wirklich?

Bevor sie diese Frage beantworten, führen sie sich bitte eines vor Augen. Sie werden sterben. Und die meisten von uns sterben zumindest nach eigener Einschätzung viel zu früh. Zeit ist der einzige Rohstoff, den jeder Mensch hat und es ist ebenfalls derjenige, an dem es uns Allen ermangelt. Und zwar existenziell. Arbeitszeit ist eben deshalb das wichtigste Gut im ganzen Wirtschaftsprozess – sie verleiht Produkten ihren eigentlichen Wert (leider nicht immer ihren Preis). Was ich kaufe oder bezahle, muss ich selbst nicht mehr Herstellen oder tun. Bei Dienstleistungen ist uns dies klar, aber auch Produkte sind letztlich nichts anderes als an einem Rohstoff materialisierte Arbeitszeit. Diese lässt sich auch recht leicht wieder zurück rechnen, jedenfalls für einen selbst. Überlegen sie sich vor ihrem nächsten Besuch im Reisebüro einfach mal nicht, wie viel Geld, sondern wie viel Arbeitszeit sie für ihren Flug erbringen müssen. Wie viele Tage ihres Lebens haben sie ihrem Auto geopfert, leben sie heute einmal nur für ihre neue Mikrowelle?
Die arbeitsteilige Gesellschaft hat uns eine derartig große Produktivität verliehen, dass wir mit relativ geringer Arbeitszeit unsere grundlegenden Bedürfnisse stillen können. Das ist tatsächlich ein Fortschritt. Wie lange würden sie brauchen, um eigenhändig ein Pfund Mehl herzustellen und wie schnell schaffen sie es dagegen, mit ihrem Stundenlohn ein Pfund Mehl aus dem Supermarkt bezahlen zu können? Doch dieser Fortschritt hat kaum zur Reduktion der individuellen Arbeitszeit geführt. Jedes Jahr steigt die Produktivität weiter, doch seit Jahrzehnten arbeitet man gemeinhin 8 Stunden täglich. Gleichzeitig sind Millionen gänzlich arbeitslos und müssen aus den 8 Stunden der arbeitenden Bevölkerung gegenfinanziert werden. Ja, es werden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen durchgeführt, die ebenfalls aus ihren 8 Stunden Lebenszeit bezahlt werden, nur damit jene Arbeitslosen nicht zu viel Zeit mit sich allein haben. Und das ist es, was die eigentliche Perversion unserer Gesellschaft darstellt: Dass man zu viel Zeit für sich haben kann, angeblich. Muße? Fehlanzeige.

Wir erarbeiten uns zwar einen immer größeren Wohlstand, der macht uns aber erwiesenermaßen nicht glücklicher. Im Gegenteil, unser schlimmster Mangel wird uns nur noch deutlicher: Der Mangel an Zeit, Lebenszeit: Muße. Ob die uns glücklicher machen kann? Nehmen wir uns doch die Zeit, es heraus zu finden. Wir haben ja nur noch den Rest unseres Lebens. Oder zumindest die Zeit, in der wir arbeitslos sind.


Okt 12 2009

kein mehr

Adern aufschneiden, Blut fließen, Freiheit in die Welt tönen lassen, die aufnahmefähig dafür, wie sie abweisend ist, gegenüber Gefühlen eines Menschen - einzelnd und frei. Laken, Bodenfasern tränken damit. Lachen dicken Erdbeerflaumes bilden sich in den Senken zertrampelter Gedanken, ausgetretener Klischees einer gerechten, echten Welt. Ich war einmal. Ich zehre aus dem Mark, zerre aus dem Licht, was noch nicht verblendet ist. Ein Knall, Explosionen des Endscheiterns vor dem, was nicht Ich ist. Alles, ihr. Ich zerhacke faseriges Nervengewebe mit dem Beil. Abgetrennte Restbewegung - kopflosen Hühnern gleich, taumelt mein Selbstbewusstsein durch den Vorhof, feine Salven heißen Herbstblutes um sich spritzend. Ich habe mir eine neue Rasierklinge besorgt, wetze ihre Scharten in frischem Schleifschaum. Jeder Schnitt ist leichter als ein Knoten, weckt den Puls aus weißem Schlaf. So müde auch meine Führhand, tut sie doch den letzten Gefallen. Zittern wäre Lebenslist und so geht die Schneide schlaftrunken die Vene entlang. In Filmen wäre dies ein Geräusch, einen Cut wert. Hier nicht. Still wie der Wahnsinn ist sein Ende und ebenso hässlich.


Sep 8 2009

September

Knochen. Da liegen Knochen frei. Fleisch darüber wie ein Schlaufenschal gelegt. Ich bin ja doch ein Connaisseur der Innenraumgestaltung. Leber dort, die Knoten hier im Darm zeugen von Stress und viel zu viel Café. Taste dich durchs Leben. Spürst du es pulsieren, noch? Das hebt und senkt sich, legt sich bald und schweigt. Das Herz wird kühl, bleibt aber feucht und dunkelrot.
Eine Farbcollage ist der Körper, weiter nichts. Weiß und Rot, gelb die Bindehaut und Blau von dicken Kranzgefäßen. Das ist ein Tuschkasten der Existenz. Spritz Farben an die weißen Wände deiner Zukunft. Wälze dich in den Gefühlen.
Gestern trug ich Möbel durch die Stadt, stellte den Schreibtisch an die Autobahnabfahrt. Den Stuhl davor, die Hand am Füller und zum Winken in der Luft, getränkt von Fernwehfahrabgasen. Das Alles ist Kompositum.
Ich trenne Silben wie sich Menschen trennen: Substantiv. Zunge, Tod und Resonanz. Ich binde an mich, was nicht trägt. Trage Trümmer in den Taschen. Und ich liebe den Verlust. Ich halte viel davon.
Ach, was weißt du denn von mir. Glaubst du etwa, die Wahrheit wäre etwas, dass man sagt? Messer halte ich verdeckt. Kondome sind zumeist versteckt. Wie denn auch sonst.
Hier passiert nichts mehr. Die Zeit ist kalt und Menschen sind für sich, ganz eigentlich.


Aug 26 2009

Gebilde

Da ist etwas in mir, das lebt. Es weiß jedoch der Körper besser, wohin die Reise geht. Noch bin ich gut durchblutet. Und Bilder stürzen durch die ausgekratzten Nervenbahnen auf mich ein.
Da tanzen Staubpartikel auf der Thermik meiner Hand. Es bricht sich Licht. Ein Kosmos fahler Sterne dort und hier ein müder Gott, der auf ihn blickt.
Da ist eine junge Frau, die glaubte, sie sei gescheitert an den eigenen Gefühlen, vor Jahren schon. Furcht bereitet ihr einzig der Gedanke, es könne jemals wieder etwas wichtig sein für sie. Kein Ding wie Farbfernsehen. Ein Mensch vielleicht, noch dazu ein guter. Was würde dann aus ihr?
Da war ein Mann, in den 80ern war es, der mochte das nicht, was er tat und dennoch tat er es. Und ist daran gestorben. Viel hab ich nicht von ihm. Ich sterbe einfach so, jünger noch und ohne jede Leidenschaft.
Ja, ich habe mich unter Kontrolle. Das Elend verwalte ich die meiste Zeit mit Feingefühl und mit Geschick. Ich lernte ohne all das auszukommen, ohne jenen Mann und ohne diese Frau.
Ja, da ist ein Knabe in den Zwanzigern, der scheiterte an allem, was er tat. Und dennoch tut er es. Furcht bereitet ihm einzig der Gedanke, dass nichts mehr wichtig ist für ihn. Kein Mensch, ja nicht einmal ein guter.
Da war ein Punkt, da starb alles in ihm und mit dem Blut gerann auch jedes Bild.


Aug 10 2009

Endlich normale Menschen

Ein klassischer Abgang - als sie geht, beginnt es dicke Tropfen zu regnen. Es donnert. Ein reinigendes Gewitter nennt man das wohl. Schlussstriche ziehen, vorgezeichnet sind sie ja bereits, auf den Straßen etwa. Nur an gewissen Stellen zu überqueren. Auf Lichtzeichen hin, die Menschen ähneln. Verzerrt, fast wie das Leben entstellt. Wäre Verwesung kein höchst lebendiger Prozess, sie würde keinen Ekel erregen. Totes ist nicht hässlich, niemals. Doch das sind abstrakte Gedanken. Ergebnisorientiert muss man denken. Sich wieder angewöhnen, den Selbsthass auf andere zu projizieren; sich abgewöhnen, seinen Selbstwert anderen zuzuerkennen. Lernen sollte man, Menschen nach ihren Taten zu bewerten; nicht nach den eigenen Gedanken. Das klappt so nicht. Uns klappt nicht.
Ich war auf der Straße und dort war es so heiß, wie ich betrunken. Ich weiß nicht, wusste nicht, was ich dort sollte. Aber ich bin mir sicher dort gewesen zu sein. Nicht nur ich bin es gewesen. Teil war ich, Teilmenge. Es gibt ja Situationen, die klingen vielsagender als sie sind. So etwa: Zwei Sekt bei Vollmond. Doch dann schmeckt der Sekt nicht und ihr schmeckt es gar nicht. Der Mond bewegt sich auch viel zu schnell. Aber das war etwas anderes. Das war davor.

“Schon wieder da?” Die einzige Frage ist es, die man mir noch stellt. „Schon?“ Hätte ich später kommen sollen, oder überhaupt nicht? Ich bin mir selbst nicht mehr ganz sicher. Entschuldigen werde ich mich in keinem Fall. Das ist Teil des New Deal. Wann war das? Da waren Menschen, die schlugen aufeinander ein. Irgendwie erinnerte mich das an mich selbst. Gemahnte mich, Prioritäten zu überdenken. Konsequenzen abzuwägen und Menschen umzuwerten. Letztlich kommt man dazu, sämtliche Allsätze zu verwerfen. „Liebe ist alles“ „Alles ist schlecht“ „Was soll das alles?“ - Ungültige Ausdrücke. Klarheit, Einzelaussagen braucht es. „Ich liebe X“ „Ich hasse X“ „Ich suche einen Mitbewohner Y“. Welcher Term soll es sein?

„Menschen bringen einen weiter!“, sagte sie, als wir wieder an genau derselben S-Bahnhaltestelle ankamen, an der wir ausgestiegen waren. Plötzlich liefen wir mitten in diesem Umzug mit. Schwule waren es, Frauen und Fetischisten. Abneigung erntete nur ich.
Aber irgendwann hört auch das Denken auf. Damit die Zeit. Endlich wird sich das Fühlen verlieren. Eines Tages wachst du auf und es ist der letzte Tag, vom Rest deines Lebens.


Aug 4 2009

Er

Er bereist das Land schon wieder quer, von ihr zu ihr. Er weiß schon wieder nicht, was er wo soll, wohin, woher. Da steht er hart im Wind. Da sitzt er weich, allein. Und längst schon reicht die Fahrt, das Neue reicht nicht aus. Das Meer.
Da liegt nichts an. Da ist kein Wunsch, ein Wollen nicht. Wenn er denn träumt, dann träumt nicht er. Und hinterher bleibt es doch stets zuvor. Die Tage liegen unvermengt, die Nächte ziehen leer daher. Er will schon lang nicht mehr.
Eine Stimme hört er noch, als wenn es seine wär. Nur wenn sie spricht, fällt ihm das Atmen nicht so schwer.


Mai 30 2009

Siel XVII

Fatale Weltsicht. Wenn Herr Siel auch zu spät geboren worden war um die 68er mitzuerleben, so beeinflussten ihn Slogans wie „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ doch nachhaltig.


Mai 20 2009

keine Sentenz

Mein Herz, es hämmert Schlag auf Schlag auf Schlag. Wozu braucht er so viele Nägel nur, mein Sarg? Tag für Tag für Tag hämmert das Leben Nägel mir ins Herz, bis ich den Lärm nicht mehr ertrag und die Pointe setze unter diesen schlechten Scherz.


Mai 20 2009

ad finem

Atem streichen lassen, wie Klingen auf der Haut. Hände schneiden lassen, wie Scherben in die Haut, die Nerven aufgeraut. Den Puls im Herz, des Bett mit dunklem Blut betraut. Die Knochensäge angesetzt, oh what a mess. Dein Hirn hat nichts Erhabenes, liegt da wie Erdbeereis. Es taut. Die Lippen lächeln einen schlechten Scherz. Sei still. Hab alle unsere Jahre bald zerkaut und da ich jetzt dein Innerstes geschaut, dreh ich die Augen himmelwärts.