über die Ohren

Ich mache mir mal wieder zuviel Stress, bzw. lass zuviel davon entstehen. Dieses Wochende + kommenden Wochenanfang z.b., dabei darf ich das auf ärztliche Weisung gar nicht… Naja, ich hab auch keine Lust ein viertel Jahr „Arbeit“ in den Wind zu schießen, wo es eigentlich gerade mal gut lief. Kommen wir deshalb nun zu etwas ganz anderem:
Ich würde meine Zeilen gern vertont hören, nur leider funktioniert bei mir seit langem kein Mikro. Auch ist meine Stimme einfach schrecklich. Wie wäre es also mit einem kleinen Leserwettbewerb in punkto Gonzosophielesung zur Freude des Gonzosophen und vielleicht auch dessen Leserschaft? Sucht euch einfach eure Lieblingszeilen aus, vertont sie, schickt sie mir. Den Preis überlege ich mir noch, wird aber sicher was ganz ganz tolles! Begeisterung vorhanden?

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Agronaut O.

Blau, sonst nichts. Ich tauche meine Zunge ein in kalte Erde, zerknacke Nüsse mit den Zähnen. Kannst du es knirschen hören? Hört man wie Knochen brechen? Die Stille kann ich nicht länger mehr ertragen. Ich schabe Haare von der Brust, sie knistern dort, wo es nicht blutet. Was ist ein Mann, was heißt das schon? Dein Blick ist ganz verständnislos. Und meine Augen sprühen Funken. Nein, heute bleib ich ganz im Bett.
Es war nicht an ihm, es war nicht das Werk seiner Hände,
auch waren es keine der Worte, weder gefiedert noch irden,
die Anlass des Zornes der Göttin mit strahlendem Auge, Athene,
an die sich sein Flehen gewandt,
als im Zorne, gerüstet mit Schild, mit ehernem Speere,
sie stieß den fahlen Leib ihm zu Schand,
zertretend die Opfer und Ehren, von eigenem Blute erbracht Atrytone.
Eos versank, ersterbend Ithakas Hoffnung,
es ertrank Telemachos, gemeuchelt, und Freier verzehrten Penelopes Haus.
Nur der Hirte der Schweine, Eumaios,
der treue, er lebte fortan im glücklichen Schmaus.
Die Nächte haben mich zurück, ich liege wach und hart. Mein Bauch gehört nicht mir. Und doch, ich schlafe ein und bleibe lange da. Das Erwachen gleicht dem Einschlafen. Es ist Zeit dazu, sonst nichts. Die Tage bleiben leer wie meine Ziele. Phlegmatik angewöhnen sollte ich, noch mehr davon. So werde ich, abseits.

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Beware!

Ich bin ja eigentlich kein Freund der wortlosen Bilder, was auch der Grund dieses Satzes.

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zerr

Nachts wachsam liegen; geschlossenen Auges.
Mit Worten forme; ich fahle Farben; melodischer Nacht,

wenn

tragende Steine
so loser Gedanken,
die meinem Gesicht,
dem Tränen so fremd
wie winters Tau,
ein Zweifelsacker –
Sorgengehöft.
Siehe ich bade
all meine Träume
im kalten Regen,
wegen der Härte
noch jetzt im Schmelzmond,
wenn du die Kräuter
vom Dachboden hängst.

Ich ruhte lange
unter dem Atem
dunkler Mamillen,
gerade im Herbst,
als ich dein Lächeln
umherwandern sah.
Blattfäule –
Rostrosen
auf losen Steinen
zerschnürter Gedanken
in meinem Kopf,
dem du so fremd
wie Junischnee.

ach

,S’ist Schlafenszeit; s’ist Einsamkeit; s’bleibt bei mir;
In Ehrlichkeit,

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Ulkus IV

Es hat geklappt. Der Clip sitzt noch. Es blutet nicht mehr. Gleich geben sie mir nach 6 Tagen endlich wieder etwas zu essen – probehalber. Mit gemischten Gefühlen trete ich daran. Es ist schwierig mit ungekanntem Hunger langsam und vorsichtig zu essen, den Rest zurückgehen zu lassen, wenn der Magen voll ist, obschon der Körper noch weiter nach Nahrung lechzt. Aber nach drei Rückfällen kennt man die möglichen Konsequenzen. Man wird vorsichtiger und man weiß jeden Bissen zu schätzen, jeden Geschmack. Mehr als das Essen fehlt der Geschmack. Ich habe mir, hungernd daliegend, Kochsendungen angesehen – Trüffelragout. Das half zumindest sich zu erinnern, sich vorzustellen. Das Gehirn behält Geschmäcker zurück, für schlechte Zeiten vielleicht. Hoffentlich kann es nun wieder hamstern. Ich hab einen ganzen Schrank voll von Schokolade, selbstgebackenen Keksen, Nougat, Zartbitter, Weihnachtsmandeln. Ein Weihnachten, dass noch auf mich wartet. Es beginnt das Jahr nicht, bevor ich eine Tasse Kaffee mit Spekulatius genossen habe. Dann kann es kommen, das Neue.

Da ist das neue Jahr, im Nebel hat es sich angeschlichen, nachts. Plötzlich war 2008, Rattern, Pistolensalut und Feuerschein. Alles wie immer, nur ich nicht. Anämie, nüchtern und irgendwie müde, mit einer Waffe in der Hand. Seltsame Zeitenwechsel. Immerhin, seit Tagen kein Blut mehr gesehen, keine Nadel. Ich kann wieder essen und ich esse viel. Kein Wunder: 7 Kilo über die Feiertage verloren, nur noch 66k wiege ich nun – Fliegengewicht. Viel Schlaf, lesen, Zeit vertrödeln. Es hilft, nicht mehr über die Menschen nachzudenken, die mich bluten ließen. Melissentee. Aber was hilft es Homer zu lesen, den Werther? Wozu soll das führen außer zu einer Blutung; wohin, wenn nicht in sich selbst. Dahin, woher ich komme — alles normal, jetzt. Bleich wie immer. Und brennend hungrig.

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