Zu Bett

Ein weicher Tag. Nicht viel gedacht, nicht all zu wach und das Alleinsein fast vergessen. Ein Gläschen, eine Zigarette. Ein wenig Radio, sich rückversichernd.
– Einmal wacht man morgens auf und weiß, dass dies der letzte Tag sein wird, lächelt vielleicht sogar. Aufbruchstimmung, Ausbruchstimmung. Keinerlei Jenseitserwartung. Ganz anders als erwartet und viel weniger dramatisch, viel weniger besonders. Man durchlebt den Tag in Ruhe, zum Abend hin, und weiß einfach. Sagt die Termine ab. Man ist für sich, nun.
Dann geht man ins Bett. Legt sich hin, trinkt einen Schluck, ein letzter Zug – `s ist Schlafenszeit.

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Daheim

So lange weg und einiges gesehen, doch zu sagen bleibt nicht viel. Da hätte doch nun etwas sein müssen, ein Drücken, Ziehen – ein Gefühl, das stärker wiegt als jeder Zweifel und nicht nach Morgen fragt. Und nicht zagt. Mein Leben bleibt ein schlechter Film, ein melancholisches Akkordeon zum Abschied. Es kann nicht jeder glücklich sein, zumal auf Anhieb nicht.
Du bist ein Fenster in die andere Welt, dort wo die Menschen leben, die draußen stets vorüber gehen. Und du siehst ihnen nach, vorbei an mir. Könnte ich jemals jemand sein? Mit Photographien vorn im Portemonnaie, als Kleinod meines Herzens? Ich denke nicht.
Das ist es dann gewesen, mein Alles und sonst gar nichts mehr. Wohin ich gehen kann, war ich nun überall. Ich kehre heim. Ich wünsch euch Glück, lass euch mit eurer Welt
allein.

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Gastmahl

Ein Emoschuppen im eigenen Sud, Astra Pils, Schattenmorellenbowle. Amaretto. Das bringt’s. Irgendwem. Ich schlief im Tau, im Wald allein und mir war kalt. Das Licht vertagt, die lange Nacht, sie war nicht mein, nicht mehr.
Ach! Tage…Kauernd schlafe ich mich durch Sofakissen, von Süd nach Nord und komme doch nicht an, sehe nichtmal Küste, Strand, nicht Kreidefelsen, nein. Nur weiße Wände, dekoriert und neu möbliert — trotz nacktem Hass im Hodenschurz – wo sich die Übelkeit verliert. Bei dir. Und nur bei dir. Wo ich doch schlafe wie ein glatter Stein, ganz tief in kalten Wassern. Muschelgrund und Sterngemahl sind nichts als tauber Widerhall. Kein Taucher wagt sich vor zu mir.
Trink aus, geh raus, rauch auf, lauf heim. Nur nicht hier. Nein. Bleiben kannst du nicht, du wärst doch immer nur allein. Mit dir. Mit ihr. — Nur kalte Luft. Und bleibe ein Pygmalion — Ein Schöpfer, ab initio creatio ex nihilo und Nichts wird meine Schöpfung sein. Ungelenk und schlecht rasiert: Ich bin nur noch ein Knüttelvers, ein grober Reim. So wie ein ungenutztes Haus, weiß ich nicht ob ich traurig bin. Ich stürze einfach ein.

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Nemesis

Für ein paar Tage oder gar eine woche wird hier womöglich nichts passieren, da ich der temporären Selbstauslöschung fröhnen werde. Ich bitte dies zu entschuldigen.

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lac muliebre [Weibermilch]

Getrieben werden durch die Nacht, getränkt, geschunden, aufgetakelt. Schon aus dem Antlitz blickt das „Leibgesicht, das Afternahe“, [eingeatmet, angespuckt], gespreizt, gesprenkelt, ausgewaschen, nur niemals ausgetrockent, in dem Sud der Nächte, die frei noch sind, noch fast Romantik, wenn nur das Fernsehbild nicht immer wär.
Kein Fassen hier, kein Greifen nichtmal Grabschen, nur Tasten, schlagen, koitales Stechen. Und Kriechen, Waten durch den Mutterschlamm, hinaus, zum Ausgang. Haarig. Fromm.
Und draußen?
atmen,
.

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