Apologie eines Langschläfers

Bin heiß und schwer, ich liege weich und träume einsam vor mich her. Ich fühle keine Zeit, bin ganz allein — autark; in meinem jenseitigen Sein. Ein Traum noch, eine zarte Grille, harrt meiner in den tauben Laken. So ruft mein Wille alte Freunde, die leise durch den Lethe staken.
Auf ihm lässt sich’s ein Stückchen treiben, man plaudert dann und wann. Und selbst ein weltenloses Schweigen wär reicher noch, als wacht’ man auf
und glotzt’s Programm.

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Apologie eines Langschläfers

Bin heiß und schwer, ich liege weich und träume einsam vor mich her. Ich fühle keine Zeit, bin ganz allein — autark; in meinem jenseitigen Sein. Ein Traum noch, eine zarte Grille, harrt meiner in den tauben Laken. So ruft mein Wille alte Freunde, die leise durch den Lethe staken.
Auf ihm lässt sich’s ein Stückchen treiben, man plaudert dann und wann. Und selbst ein weltenloses Schweigen wär reicher noch, als wacht’ man auf
und glotzt’s Programm.

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kleines nachtgebet

Ein Überschwang von Einsamkeit, von Ich-Gefühl, dass ich nicht an mir halten kann. Ein Ich ganz frei von Zeit, tanzend, nachts in tiefem Klang. Und lächele und weine dann; und …

Ach ihr seids. Oh … ja eigentlich hab ich was Bessres heute Nacht zu tun, entschuldigt mich, denn ich find euch — pardon — ja gerade nun, im Ganzen ziemlich lächerlich. Doch, das mag euch nicht weiter stören. Geht weiter nur, ich lasse schon noch von mir hören. Vorerst jedoch schließ ich mich ein, in Einsamkeit, im Für-mich-Sein. Denn nur getrennt von Hermes Treiben kann sich Apoll aus mir befrein; danach vielleicht, werd ich mich wieder zeigen. Lasst ihr euch derweil nicht von einem Narr zur Irre leiten. Schlaft lieber wohl und träumt, wie ich, von ruhigen, bessren Zeiten.
Gut Nacht!

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Pathos

Aus meiner Kammer dringt Weite in diese Bleizeit. Feuer umgreift mich, brennt jeden Zweifel zu Staub. Mehr als Leben, mehr als Schreiben; mythische Zeiten dringen aus mir. Prometheus wurde befreit, die Ketten liegen zerschlagen von menschlicher Hand. Orgiastische Nächte, göttliche Gelage fernab zersetzenden Lichtes. Aus dem Schoß der Erde klingt Dionysos Lachen herauf zum kargen Apoll, seinem Fledergewürm. Aus den dunkelsten Schächten schreit das sterbende Glück. Vergehend im Sumpf gärender Wärme, wie Kröten sich paarend, ununterschieden. Allheit, Einheit heißt Einsam, fernab von Dreifalt, köstliche Ganzheit. Es machen sich Menschen wie ihre Götter, genauso vakant; und werdend und wälzend; zerreden einander den Arsch voll Wahrheit. Bleigießerzeit.
In meine Kammer dringt kein leeres Gerede, keine Kröte bringt mir Morast. In den Staub meines Fleisches pflanz ich Gedanken. Entzünde den Kopf. Ein Funken in der Götternacht

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Protokoll

Es begab sich am späten Morgen des 12. Januar im Jahre des Herrn 2034, dass ich mich auf den Weg zur Piusgasse in Braunschweig begab. Ich hatte eigentlich kein rechtes Ziel und so setzte ich mich für eine Weile auf die wohlbekannte Parkbank in den Schatten irgendeines uferlosen Buchsbaumbusches. Es war bereits Nacht geworden und das Laub atmete schwer unter der sommerlichen Abendhitze. Ich kramte meinen letzten Komisstabak hervor und stopfte mir die Pfeife. Das ist die Wahrheit. Kleine Rauchwölkchen paffend verlor sich mein Blick in dem Wirrwarr des Wurzelgeästs. Es drängte sich die Frage auf, ob solcherlei Spukgestalten, die sich darin offensichtlich tummelten, wohl existieren mochten. Die Stille des mittäglichen Treibens wurde jäh von den lauten Flüchen eines ehrbaren Bürgers zerrissen. „Holla! He da! Haltet ihn!“ — dies ausrufend wankte er in aller Demut an mir vorbei, seinem atemlosen Ziele zu. Sehr beiläufig alles und nichts im Vergleich zu dem, was mir passiert ist.

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