Feb
10
2010
Tiri Tira, die Weiber sind zum Vögeln da,
die Welt heißt das zu nutzen.
Tiri Tiraun, bloß Denken schlafft den Hosensaum,
verflüssigt jäh den Stutzen.
Die Felder tauen, es spannt der Hahn
sich wacker vor die Kammer.
 dieu, ihr Frauen, mir grient der Wahn.
Ich schieß mir in den Kopf.
Mit einem Minié!
Geladen wird’s von vorn,
Mit Pulver und mit Horn,
solch Ende tut nicht weh.
Da geht ein armer Tropf.
Trara, Palim, dass ich am End zufrieden bin,
so bar von jeder Scham,
das überrascht.
F: Doch horcht! Wer spricht so leise durch die Kammertür?
Wer flüstert nur durchs Schlüsselloch und wagt sich nicht herfür?
F: Ein Dämon, der den Zweifel wagt, von Anstand und von Sitte,
ein Geist, den jähe Reue plagt, das Wissen um die Mitte,
die, sagt man, gutes Leben prägt, und Rettung sei der Seele;
nur all zu schwer erreichen kann, dass man sie nicht verfehle.
F: Ein Wahn ist es, der Reden glaubt, von Ordnung und von Sinn,
von einem Grund des Lebens spricht, so tief und so weit hin,
dass er als steter Horizont am Ende dieser Welt,
und jener mächtgen Sonne gleich, das Innerste erhellt.
Ich kenne dieses Hoffen auch, ich weiß um jenes Licht,
einst blendete es mich selbst, drum misse ich es nicht.
F: Und wenn du noch geblendet bist und dich dein Sinn belügt?
Wenn dich die andre Hoffnung nun statt dem von Neuem trügt?
F: Ein Hoffen ist’s, ich leugne nicht, denn Hoffnung trägt die Welt,
doch weder Glaub noch Sinn ist es, was diese Hoffnung hält.
Ein Ende bloß, kein Zugewinn, ist mir nunmehr zum Ziel,
verlangt man Nichts und Niemanden, so will man kaum zu viel.
1 comment | tags: Frauen, Frühling, Leben, Reim dich oder ich fress dich, Tod, unwertes Leben | posted in Autolyse, Postpeotik, in aller Kuerze
Apr
11
2009
Mir sprießen wirre Reime,
Herzverwesungskeime,
ein Sichelmyrtensang.
Es grünt an meinen Haaren.
Mit dreiundzwanzig Jahren,
da fing das Sterben an.
Ich rauchte zuviel Benn,
und hab mich blau gesoffen,
mit Schillern lernt ich’s Hoffen,
mit Jünger schmiss ich’s hin.
Der Satzbau ist zerstört,
die Form ward mir zerschunden,
kein Vers der mir gehört. -
Wohl gar nicht meine Wunden,
Geschlagen von der Zeit,
Vom Weib und Eitelkeit.
Nun sprengt der Mai ins Haus.
Es wuchert drin und draus,
von frischen, roten Wangen,
ein Pflaumenmusverlangen,
treibt mir die Loden aus.
Komm, gehn wir in den Zoo!
Dort füttern wir Lemuren -
ich blick an deinen Kurven:
Vorbei,
vorbei.
Wie soll’s nun weitergehn?
Was ist mit mir geschehn?
Der Frühling kommt;-
/du gehst,
und lässt mich qualmend stehn.
Ist das nun mein Ende?
Oh weh.
Ja, ne.
Ich schweife durchs Gelände,
ich ringe meine Hände,
und falte neuen Schnee.
4 comments | tags: Bio, Frauen, Frühling, Postpoesie, Tage | posted in Autolyse, Autopoiesis, Postpeotik, aktuelles, in aller Kuerze