Okt 16 2011

Occupy Power

Es ist Herbst, laut Berliner Polizei deutscher Herbst mitunter, und wie auch schon im letzten Jahr durchziehen Großdemonstrationen das Land. Doch diesmal ist es nicht die Lokalpolitik bezüglich eines umstrittenen Bahnhofs, der als Auslöser die Menschen auf die Straße treibt – es ist das schlichtweg Unkonkrete, das Unlokale.

Das heißt nicht, dass es nicht auch diesmal Auslöser gegeben hätte, doch gab es nicht den Auslöser. Vielmehr ist es wohl Folge einer langen Entwicklung, der steten Umverteilung, die zu einer überraschend konkreten Ungerechtigkeit geführt hat. Man muss sich ja nur einmal die Kennzahlen ansehen: Das oberste Prozent der Gesellschaft besaß im Jahr 2007 23% des Gesamtvermögens, die obersten 10% gar 61,1 % davon. Man kann beileibe nicht davon ausgehen, dass sich an diesem Trend etwas geändert hat. Es ist deutsch geworden in Kaltland.

Sind Sie Besserverdiener?

Wenn Sie sich fragen sollten, was das konkret bedeutet, überlegen Sie mal, ob Sie überhaupt zu den oberen 50% gehören – also zu der besserverdienenden Hälfte der Gesamtgesellschaft. Wenn nicht, haben Sie schlicht kein Vermögen. Denn die Nahrungskette stellt sich so dar, dass die unteren 50 % (sprich rund 40 Millionen Menschen in Deutschland) zusammen gerade mal 0,4 % des Gesamtvermögens besitzen. Die unteren 10% haben sogar ein negatives Vermögen – die bad bank der Gesellschaft. Übrigens: Der Maxime der Leistungsgerechtigkeit folgend, müsste das heißen, dass die Hälfte der Bevölkerung schlicht nie produktiv ist und war.

Hier offenbart sich aber auch die Lösung: Demokratie. In einem Land, in welchem die Mehrheit der Gesellschaft nicht einmal 1 % des Vermögens besitzt, sollten sich doch demokratische Wege finden lassen, an diesem Missstand etwas zu ändern. Und das ist wohl der einzige gemeinsame Nenner, der die Occupy-Bewegungen hierzulande verbindet. Man hat wohl selten ein verworreneres Interview gesehen, als das des Occupy-Frankfurt Pressesprechers heute im Wochenspiegel.

Empathisches Geld? Scheues Kapital…

Er habe im Grunde gar nicht Pressesprecher sein wollen, er wolle keine konkreten Positionen oder Ziele angeben, man könne einzig vielleicht sagen, dass man ein „empathischeres“ Geldsystem wolle, dass Geld ja nur ein Austauschmittel sei, welches man durch andere Austauschmittel ersetzen könne. Die O-Töne der Demonstranten gingen von: „Der Kapitalismus zeigt sein wahres Gesicht“, bis hin zum schlichten: „Die da oben sind allesamt Räuber und Verbrecher.“

Es ist keine Ideologie, es ist angesichts von wiederholter Bankenrettung und dabei sinkenden Reallöhnen das unterbewusste Gefühl der Ungerechtigkeit, das sich hier Bahn bricht. Unverständnis über die unüberschaubaren Zustände, die offensichtlichen Ungerechtigkeiten und die wachsende Unsicherheit. Jede Menge „un-„s, die in Empörung umschlagen.

Occupy … und danach?

Man kann den Demonstranten in der ganzen Welt nun natürlich vorwerfen, sie hätten kein konkretes Programm, keine greifbaren Verbesserungsvorschläge oder irgendeinen Plan. Gerade der deutsche Otto-Normalverbraucher ist schnell bei der Hand mit dem lapidaren Spruch „Ersma bessermachen!“ Was sich hier aber langsam artikuliert, ist das Gefühl, das alles besser ist, wenn es nur anders ist. Der Wunsch nach Veränderung, nach „Change“ im eigentlichen Sinne, wächst und ist auch in Amerika durch den ehemaligen Hoffnungs- und sogar Friedensnobelpreisträger Obama beileibe nicht erfüllt worden. Im Gegenteil.

Nun wachsen die Demonstrationszüge an, friedlich zumeist, aber spätestens dann, wenn wie in Rom Hunderttausende unterwegs sind, kommt es zu Gewalt. Das ist traurig aber anders kaum vorstellbar. Nicht allein deshalb, weil Sie kaum eine Menge von 100.000 Menschen zusammen bekommen werden, in der kein Gewaltpotential stecken würde. Vor allem sind es bei solchen Massen keine Demonstrationen mehr, es sind Aufstände. Und wenn es nun vermehrt solche gibt, noch dazu weltweit, bergen Sie tatsächlich das Potential, etwas zu verändern.

We shall not be moved … until now!

Was nämlich der größte Schutzschirm der Banken und ihrer anhänglichen Profiteure ist und war: Deren Machenschaften fraglos hinzunehmen. Resigniert mitanzuschauen, wie die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, als wäre dies ein Naturgesetz. Marktgesetz eben, dass es zu nutzen, nicht zu hinterfragen galt. Die nun beschworenen 99% haben ihre Macht freiwillig an Institutionen abgegeben, im Glauben, zumindest ein kleines Stück vom Kuchen abzubekommen. Es bleiben jedoch kaum mehr Krümel, wobei der Kuchen doch immer größer wird.

Das Ende dieser Zeit scheint angebrochen, wenn die Straßen nicht mehr freizuverhaften sind, das Trillerpfeifen und Schreien immer lauter wird. Dann bekommt Angst, gegen wen sich solch beeindruckender Widerwille regt. Diese Angst, es einfach zu weit getrieben zu haben, könnte Motivation zur Aussöhnung sein. Das müsste heißen, Macht und Reichtum neu zu verteilen. Fairer zu verteilen. Das würde heißen, dass Macht wieder von denen ausgeübt wird, denen wir sie eigentlich zuschreiben: Den Menschen, allen Menschen.


Okt 12 2011

Funeralplanung

So manchem wird nicht entgangen sein, dass meine Gedanken zuletzt wieder einmal um recht morbide Themen kreisten. Ich komme aber so langsam in ein Alter, das eine gewisse Beschäftigung mit derlei Themen unvermeidbar macht. So ertappe ich mich beispielsweise bei der Frage, ob man eigentlich zu jeder Beerdigung einer Frau gehen müsste, nur weil man mit dieser geschlafen hat. Im Knigge findet sich dazu nichts und ich wüsste auch nicht, unter welchem Keyword ich da bei wikipedia nachschlagen soll.

Wie hat man sich das vorzustellen? Gibt es da einen speziellen Tisch während der Trauerfeier, der nur für die „Lochschwager“ reserviert ist? Dort trinkt man einen letzten Schnaps auf die Verblichene, klopft sich gegenseitig auf die Schulter, dem einen mehr, dem andern weniger. Manchem raunt es erstaunt entgegen: Du auch hier? Das wären sicher nicht nur angenehme Pietätsdienste.

Sollte sich übrigens solch ein Tisch auch auf meiner Beerdigung finden, wäre er wohl recht klein. Ob unter den Damen große Gespräche entstünden, weiß ich nicht, und darüber möchte ich ehrlich gesagt auch nicht weiter nachdenken. Da befasse ich mich lieber weiter mit morbiden Themen. Wussten Sie etwa, dass sich das Leichengift Cadaverin, welches seinen Namen der vermehrten Entstehung während der Autolyse verdankt, auch in der Samenflüssigkeit vorkommt?


Okt 10 2011

Kommt

Kommt sterben wir zusammen
Wer stirbt ist endlich tot
Es stocken doch die Herzen
Schon sehr in ihrer Not

Kommt töten wir das Fühlen
Das Denken an den Tod
Kommt töten wir zusammen
Was stirbt ist endlich tot

Allein bleibst du im Leben
Geschwätzig wie du bist
Wie soll dir widerstreben
Was Trost und Balsam ist?

Kein Zögern und kein Hadern
&kein Wort tut mehr Not
Kommt öffnet eure Adern
Wer stirbt ist endlich tot


Okt 8 2011

Der Mörder

Novel fürchtete um sein Leben. Das war so willkürlich, so unverständlich – als wüte eine blinde Gewalt. Diese Frau lag mit durchschnittener Kehle vor seinen Füßen. Das Blut quoll langsam bis an seine Sohlen. Er hielt sich die Hand vor den Mund um atmen zu können. Es roch nach Asche und Metall.

Dieses Mal würden Sie ihn bekommen. Dieses Mal hatte er Fehler gemacht, war gestört worden und musste hastig fliehen. Er hatte nicht mehr aufräumen können und so sammelte man in diesem Moment alle Spuren, die ihn an den Strick bringen würden. Natürlich waren es bloß Indizien, aber ihn zu fassen war nur noch eine Frage der Zeit. Das beruhigte Novel.

Viel zu lange war er ihm nun schon auf den Fersen und hatte dabei stets im Dunkeln getappt. Keine Spuren, keine Hinweise, ja nicht einmal Verbindungen zwischen den Morden hatte es gegeben. Bis auf die Kaltblütigkeit, die Wahllosigkeit und die perfide Perfektion. Männer, Frauen, alte und junge mit durchschnittenen Kehlen. Nicht beraubt und nicht geschändet –  gemeuchelt ganz ohne jede Emotion. Man hatte an Auftragsmorde gedacht, doch wer konnte ein Interesse an diesen Tragödien haben?

Ein Psychopath – doch was war seine Psychose? Keine Leidenschaft war zu erkennen in diesen Taten und keinerlei Nutzen. Nur die kalte, skrupellose Hand eines Mörders, der sein Handwerk verstand. Sind Luftröhre und Halsschlagader mit einem tiefen Schnitt durchtrennt, tritt die endgültige Bewusstlosigkeit innerhalb von Sekunden ein. Es fließt viel Blut, aber der Tatort blieb ohne Anzeichen von Gegenwehr, außer vielleicht ein Papier, das zu Boden gefallen war oder ein Krug, den man umgestoßen hatte. Sämtlich belanglos.

Novel schritt das Zimmer ab. Hier musste Er gestanden haben, hier war Es geschehen. Wenn man nicht auf den Boden sah, hatte der Raum etwas sehr aufgeräumtes. Die Erinnerungen eines Lebens feinsäuberlich zur Ansicht drapiert. Dort ein aufgeschlagenes Buch, ein Roman. Für so viel Blut schien hier gar kein Platz. Auf dem Schreibtisch lagen noch einige Papiere, säuberlich gestapelt, und ein offener Füller. Novel hatte genug gesehen.

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Er hielt die Notiz in den Händen und las sie noch einmal mit unvermindertem Zweifel. Das konnte nicht die Wahrheit sein. Aber ebenso wenig konnte er es einfach ignorieren. Er musste sich sicher sein.

Der Mörder wartete schon auf ihn. In einem Eckseparee abseits des Einganges saß er und zuckerte seinen Kaffee. Novel musterte den Raum. Der Wirt stand gelangweilt hinter seinem Tresen und putzte die Zapfhähne. Novel orderte einen Kaffee, deutete dem Wirt auf den Tisch, an dem der Mörder saß und ihn ansah.

Novel setzte sich. Sie sahen einander an.

>Warum haben Sie mich hierher eingeladen?

<Warum sind Sie gekommen?

>Nun diese Einladung konnte ich kaum ausschlagen: „… stellen Sie den Mörder, bevor er selbst es tut.“ Ich hatte jedoch nicht gedacht, dass Sie wirklich hier sein würden. Ich hielt es eher für einen dummen Witz.

<Nun ich mache für gewöhnlich keine Witze. Ich bin hier um sie zu sehen, um zu erfahren, ob Sie es wert sind.

>Ob ich es wert bin?

Novel blickte kalt, der Mörder trank einen Schluck.

<Dass man sich Ihnen ausliefert. Sie werden doch verstehen, dass ich es wissen muss, bevor ich mich Ihnen offenbare. Die Konsequenzen brauche ich nicht zu nennen.

>Sie werden gar keine andere Wahl haben, falls Sie der sind, der Sie vorgeben zu sein. Man durchsucht in diesem Moment Ihre Wohnung, befragt Ihre Bekannten, Ihre Freunde. Es gibt kein Entkommen für Sie.

<Ein Entkommen gab es nie, das liegt in der Natur meiner Taten. Und doch sind Sie sich zu sicher. Sie unterschätzen mich, denn Sie sehen mich für etwas an, dass ich nicht bin.

>Nun, Sie sind ein Mörder. Mehr muss ich nicht wissen.

<Ein Mörder. Als wenn Sie überhaupt wüssten, was das heißt: Mord.

Der Mörder legte Emphase in dieses Wort. Seine Züge hellten sich auf. Novell saß steif vor ihm.

>Nun ich weiß, was es für Sie heißt: Tod durch den Strick. Den bekommt ein Mörder um seinen Hals gelegt und dann geht es hinab. Und einen Mörder nennt man, wer Frauen und Männern die Hälse abschneidet.

Novell machte eine eindeutige Handbewegung.

<Die Hälse abschneidet …

Der Mörder lachte.

>Wollen Sie es leugnen?

<Ich leugne es nicht. Ich leugne Nichts. Deshalb bin ich doch überhaupt hier. Aber Sie verstehen es offensichtlich nicht.

>Was gibt es denn da schon groß zu verstehen?

<Ach Novell, ich muss leider sagen, Sie sind eine Enttäuschung. Sie sind nicht gekommen um mir zu begegnen, sondern nur um mich zu sehen. Denn Sie glauben ja doch schon alles zu wissen. Keine einzige Frage haben sie mir gestellt, außer der, warum ich Sie überhaupt treffen wollte.

Der Mörder zuckerte noch einmal nach und rührte lustlos in seinem Kaffee.

>Sie wollen Fragen? Also gut, wenn Sie wirklich der Mörder sind, erzählen Sie mir, wie Sie es getan haben.

<Ach, das ist so einfach. Sie kennen es doch, haben es gesehen. Das Leben hängt an einem Faden, nicht an einem Draht. Es ist so leicht zu schneiden, viel zu leicht, als dass man sich dagegen wehren kann. Lassen wir das Protokoll beiseite. Dafür ist später Zeit. Als Sie hereinkamen wussten Sie doch gleich, dass ich es bin. Ich respektiere ihren Verstand zu sehr, um Ihnen noch einmal vorzukauen, was Sie doch längst schon wissen.

>Aber wieso haben Sie es getan? Warum morden Sie?

<Warum leben Sie, Novel? Ich habe es getan, ganz einfach weil man etwas tun muss, das ist doch ganz natürlich. Die Menschen nennen mich nun einen Mörder und spucken aus sobald die Rede auf mich kommt, so als verabscheuten sie meine Taten. Dabei gibt es kein Leben unter ihnen, das nicht vom Blut der anderen zehrt. Wo etwas sein will, da muss etwas vergehen. Das ist Gesetz, des Marktes und auch der Natur. Nur dass der Makler sich nie überfrisst – am Rand bemerkt.

Der Mörder lachte und nahm einen großen Schluck.

>Eine abgedroschene Philosophie, die sie da bemühen

<Was ist denn heute nicht mehr abgedroschen. Aber sie haben natürlich Recht, das alles sind bloß Vorwände. Die Wahrheit ist: Nichts ist ewig außer der Vernichtung. Und keine Vernichtung ist größer als die des Menschen, denn mit einem Menschen stirbt die ganze Welt. Gibt es überhaupt so etwas wie die Ewigkeit, dann ist diese Ewigkeit der Mord.
Seitdem ich denke, denke ich an Tod, Novel. Ich glaube da sind wir uns nicht unähnlich.

>Das glaube ich kaum.

<Ich umso mehr. Dieser Tod, er fasziniert uns nicht, es ist die nackte Angst, die unser Handeln an ihn bindet. Nennen Sie es eine Therapie, ja Desensibiliserung. Wir beide nähern uns dem Tod und nähren uns von ihm. Jeder nur auf seine Weise.

>Ich werde Sie aber nicht umbringen, sondern vor ein Gericht stellen. Der Tod geht nur den Henker etwas an. Und Sie werden aufhören mir Ihrer „Natur“ und Ihrer Ewigkeit. Aufhören zu sein.

<Warum stellen Sie sich mir entgegen, Novel. Recht und Gesetz… Glauben Sie tatsächlich, dass es Ihnen besser geht, bin ich einmal gefasst? Der Mord sei dann gebändigt, denken Sie – wie lächerlich. Wenn überhaupt bin ich es, der ihn bändigt und dem Sterben eine ruhige Bahn verleiht. Sie kennen meine Taten und Sie wissen, dass kein Wahn in ihnen liegt.

>Nein, das weiß ich nicht. Im Gegenteil! Wahlloses Morden, Männer und Frauen, alt und jung. Was, glauben sie, gibt Ihnen Recht dazu? … – Nein, hören Sie mir auf. Wenn es nicht Wahnsinn ist, dann ist es noch viel schlimmer.

<Es ist der Tod. Wer bin ich, diesem eine Ordnung aufzuzwingen.

>Und dieser Tod sind Sie?

<Nein, aber nahe bin ich ihm. So nah man ihm nur sein kann. Und seitdem kenn ich keine Furcht. Anders als Sie.

>Anders als Ihre Opfer – wehrlos und hinterhältig abgeschlachtet. Was ist denn das für eine Erhabenheit, die auf heimtückischem Mord beruht?

<Also wäre es edler gewesen, die Menschen brutal zu überfallen und ihnen den Schädel einzuschlagen? Man ist nun einmal Mensch und da nicht ohne Mitgefühl. Kein unnötiges Leiden muss in Kauf genommen werden.

>Kein unnötiges Leiden, das ich nicht lache. Wo war denn die Not, 12 Menschen einfach umzubringen?

<Novel, Sie haben es noch immer nicht verstanden: Der Mord gehört zum Menschen wesentlich dazu – nur er ist fähig Seinesgleichen zu ermorden. Ein Tier kann niemals morden, nur töten weil es muss. Der Mord dagegen, er ist das Privileg des Humanen und so lange es den Menschen gibt, so lange mordet er. Die Strafe und die Ächtung dieses urmenschlichen Zuges ist dagegen erst eine Erfindung unserer Politik. Das haben wir vergessen und verdrängt, so dass wir heut selbst dann nicht morden, wenn es nur allzu menschlich wäre. Wir lassen Unseresgleichen lieber siechen, ja elend leiden bis zum Schluss – und nennen das Respekt. Doch es ist nichts als Feigheit. Sklavische Verehrung eines Lebens, das ohne Tod auskommen will und Furcht und Leid dafür in Kauf nimmt. Der Mord ist eine Freiheit, die wir uns selbst genommen haben ohne jeden Vorteil. Ich will uns diese Freiheit wiedergeben wo ich kann. Da ist noch viel zu tun.

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Novel hielt das Messer ins Licht. Die Schneide wirkte durch die entstandenen Kerben und Sprünge spröde. Blut war in den Ritzen eingetrocknet. Trotz all dieser Spuren blitzte die Klinge unter dem grellen Licht.

Er wog das Messer in seinen Händen, änderte seinen Griff. So musste er es gehalten haben. Sein Blick fiel auf den Spiegel, fand sich darin. Er legte die Waffe zurück in die Lade und schloss ab.


Okt 6 2011

Dispositionskredit

Im nächsten Jahr im Januar
Da kommt das Weltenend
Und kommt es erst im Februar
Es kommt. Es kömmt. Es kömmt!

Zu Anbeginn, der Mayamann,
Der hat es prophezeit
Seit Jahren spar ich Schulden an.
Es kömmt! Ich bin bereit.

[Mein Rat also dem Lebemann: Es lohnt sich nicht zu stehlen. Anständiger ist der Kredit, den man vom Knauserich bezieht - das möchte ich empfehlen. So bettel um das schnöde Geld, es soll doch nicht verkommen! Wenn mit der Welt Geldwert zerfällt, bleibt es sich unbenommen. So nimm es gern und gib’s noch gerner. Egal ob’s Weltend nah, ob’s ferner.]